Gänsekampf und Babyspeck: Hellenistische Kinderplastik in Göttingen erleben


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Wenn Kinder in Marmor und Gips lebendig werden
Ein kämpfendes Kind, eine riesige Gans und der berühmte Ganswürger des Boethus stehen im Mittelpunkt dieser öffentlichen Führung durch die Sammlung der Gipsabgüsse antiker Skulpturen in Göttingen. Am Sonntag, 8. November 2026, eröffnet Dr. Julius Roch einen anschaulichen Zugang zur hellenistischen Plastik des 3. und 2. Jahrhunderts vor Christus.
Lebensnähe als kunsthistorische Entdeckung
Die hellenistische Kunst löste sich von idealisierten Körperbildern und wandte sich stärker dem individuellen, alltäglichen und emotionalen Ausdruck zu. Kinderdarstellungen erscheinen nicht länger nur als verkleinerte Erwachsene, sondern mit eigenen Proportionen, Bewegungen und Gesten. Die Führung macht diese kunsthistorische Entwicklung anhand ausgewählter Skulpturen nachvollziehbar.
Der Ganswürger: Bewegung, Spannung und Humor
Im Zentrum steht der Ganswürger, ein Werk, das bereits Plinius dem Älteren bemerkenswert fand. Die Darstellung eines Kindes im körperlichen Ringen mit einer Gans verbindet dynamische Komposition, genaue Beobachtung und eine überraschend humorvolle Szene. In der Werkbetrachtung werden Körperhaltung, Muskelspannung, Materialwirkung und die dramatische Raumwirkung der Plastik sichtbar.
Die Sammlung als Ort kultureller Bildung
Die Sammlung der Gipsabgüsse antiker Skulpturen gehört zu den ältesten universitären Abguss-Sammlungen weltweit und umfasst mehr als 2.100 Objekte. Gipsabgüsse ermöglichen den direkten Vergleich bedeutender Werke der griechischen und römischen Kunst und machen zentrale Fragen der Klassischen Archäologie anschaulich: Wie entsteht ein Idealbild? Wie verändert sich die Darstellung von Kindheit? Welche Rolle spielen Bewegung, Affekt und Alltag in der hellenistischen Kunstrichtung?
Ein konzentriertes Kunsterlebnis am Sonntag
Die 45-minütige Führung findet im ersten Obergeschoss des Archäologischen Instituts statt. Die Ausstellungsatmosphäre verbindet wissenschaftliche Präzision mit unmittelbarer ästhetischer Erfahrung: Formen, Gesten und Körper erscheinen aus nächster Nähe und laden zu einer bewussten Werkbetrachtung ein. Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich.
Das Publikum erwartet eine kenntnisreiche Einführung in die hellenistische Plastik, einen lebendigen Blick auf antike Kinderdarstellungen und ein besonderes Kunsterlebnis zwischen Archäologie, Mythos und Alltagsbeobachtung. Wer antike Skulptur nicht nur als Ideal, sondern als bewegte und menschliche Kunst erleben möchte, sollte diese Führung in Göttingen unbedingt live besuchen.
Offizielle Kanäle von Archäologisches Institut und Sammlung der Gipsabgüsse:
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- Website: https://www.uni-goettingen.de/de/133285.html










