TRANSHUMAN N°5 im Alten Rathaus Göttingen: Kunst zwischen Dämmerung und Zukunft


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TRANSHUMAN N°5: Dysis – Kunst an der Schwelle zur posthumanen Zukunft
Mit TRANSHUMAN N°5: Dysis präsentiert der Kunstverein Göttingen im Alten Rathaus eine internationale Gruppenausstellung über den Übergang vom anthropozentrischen Menschen zum technisch optimierten Transhumanen und weiter zum Posthumanen. Zwölf künstlerische Positionen begegnen sich in einer kuratorisch inszenierten Zukunftslandschaft, in der Relikte menschlicher Aktivität, deformierte Objekte und Spuren vergangener Zivilisation eine intensive ästhetische Erfahrung eröffnen.
Eine Ausstellung als Dämmerungsraum
Der Titel Dysis stammt aus dem Altgriechischen und verweist auf Untergang, Westen und Abenddämmerung. Diese Bedeutungsfelder prägen die Ausstellungsatmosphäre: Die Werke erscheinen wie Zeugnisse einer Welt nach dem Ende unserer gegenwärtigen Zivilisation. In den 320 Quadratmeter großen Räumen des Alten Rathauses entsteht ein liminaler Zustand zwischen Vergangenheit und Zukunft, Vertrautheit und Fremdheit.
Skulpturen, Installationen und Spuren einer verlassenen Welt
Die Werkbetrachtung führt durch ein räumliches Netzwerk aus Skulptur, Installation, Video und Objektkunst. Simon Faithfull zeigt mit Reenactment for a Future Scenario no. 2: Cape Romano die überflutete Ferienanlage eines Ölingenieurs. Bastian Hoffmanns zerflossener Porschemotor verweist auf die Fragilität technischer Macht. Stella Geppert lässt die Spuren körperlicher Arbeit erstarren, während Birte Bosse herausgebrochene Betonarmierungen als architektonische Relikte inszeniert. Astali/Peirce ergänzen das Szenario mit einem mineralisierten T-Shirt, das vom menschlichen Körper nur noch indirekt erzählt.
Kunsthistorische Einordnung und kritische Perspektiven
Die Ausstellung ist Teil des zweijährigen Programms TRANSHUMAN > POSTHUMAN des Kunstvereins Göttingen. Im Zentrum stehen die Beschleunigung technologischer Entwicklung, kapitalistisches Wachstum sowie die biotechnologische Optimierung von Körper und Geist. Die Kunstrichtung des zeitgenössischen Transhumanismus wird dabei nicht affirmativ präsentiert, sondern durch künstlerische Gegenbilder, materialbezogene Untersuchungen und gesellschaftskritische Fragen dekonstruiert.
Kuratorische Dramaturgie und kulturelle Bildung
Kuratiert von Stephan Klee bringt Dysis etablierte internationale Positionen mit bemerkenswerten Neuentdeckungen in neue Beziehungen. Die Ausstellung versteht sich als Ort der kulturellen Bildung und des offenen Diskurses. Führungen, Sonntagstouren, ein langer Nachmittag der Kunst mit Podiumsgespräch sowie eine Finissage vertiefen die Auseinandersetzung mit den gezeigten Arbeiten und den Zukunftsfragen der Ausstellung.
Fazit: Ein Kunsterlebnis zwischen Endzeit und Aufbruch
TRANSHUMAN N°5: Dysis erwartet Besucherinnen und Besucher mit einer eindringlichen Verbindung aus Malerei, Skulptur, Installation, Video und Objektkunst. Die Ausstellung macht den Epochenwechsel sinnlich erfahrbar und lädt dazu ein, über technische Optimierung, ökologische Folgen und die Zukunft des Menschen nachzudenken. Wer zeitgenössische Kunst als ästhetische Erfahrung und gesellschaftliche Reflexion erleben möchte, sollte dieses besondere Kunsterlebnis im Alten Rathaus Göttingen unbedingt live besuchen.
Offizielle Kanäle von Kunstverein Göttingen:
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- Website: https://www.kunstvereingoettingen.de/events/ausstellung/






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