Wenn Liebe verboten ist im Stadtlabor Göttingen: Queere Geschichten sichtbar machen


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Wenn Liebe verboten ist: Fotografische Zeugnisse queerer Lebensrealitäten
Am Freitag, 9. Oktober 2026, verbindet der Abend im Stadtlabor Göttingen die eindringliche Fotoausstellung Where Love Is Illegal mit einem Gespräch über die Situation queerer Geflüchteter in Deutschland. Amnesty International zeigt im Rahmen der Queeren Kulturtage Göttingen Porträts und Geschichten von Menschen, deren Leben von Diskriminierung, Verfolgung und dem Ringen um Sichtbarkeit geprägt ist.
Fotografie als Zeugnis von Mut und Selbstbehauptung
Die international gezeigte Ausstellung des Fotografen Robin Hammond dokumentiert persönliche Geschichten queerer Menschen weltweit. Die fotografischen Porträts machen individuelle Lebenswege sichtbar und geben Erfahrungen von Ausgrenzung, Gewalt, Überleben und Selbstbestimmung einen konkreten Raum. In der konzentrierten Werkbetrachtung begegnen sich dokumentarische Fotografie, humanitäres Engagement und eine Kunst des Zuhörens.
Die Ausstellungsatmosphäre lebt von der unmittelbaren Nähe der Bilder. Gesichter, Körperhaltungen und Blicke treten aus dem fotografischen Raum hervor und fordern eine ästhetische Erfahrung, die nicht bei der Betrachtung stehen bleibt. Die Installation öffnet den Blick auf gesellschaftliche Machtverhältnisse und auf die Stärke queerer Communitys, die trotz Hass und Verfolgung ihre Würde und Schönheit behaupten.
Gespräch über queere Geflüchtete in Deutschland
Umgeben von den Fotografien spricht Kristin Pelzer über ihre Arbeit mit queeren geflüchteten Menschen. Als psychologische Psychotherapeutin arbeitet sie seit 2012 in der psychologisch-psychiatrischen Gesundheitsversorgung für geflüchtete Menschen. Seit 2022 leitet sie den Bereich PLUS for Refugees bei PLUS Rhein-Neckar e. V., einer Fachberatungsstelle für queere Menschen.
Im Mittelpunkt stehen strukturelle Hürden im deutschen und europäischen Asylsystem, psychosoziale Belastungen und politische Handlungsfelder. Zugleich richtet sich der Blick auf Begegnungen, Lernprozesse und die ermutigenden Seiten einer Arbeit, die Beratung, Menschenrechtsarbeit und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbindet.
Kulturelle Bildung und Menschenrechte
Die Veranstaltung zeigt, wie Ausstellungen zur kulturellen Bildung beitragen können. Fotografische Bilder werden hier nicht isoliert betrachtet, sondern in einen Dialog mit biografischen Erfahrungen, Fluchtgeschichten und politischen Rahmenbedingungen gestellt. Die Kuratierung verbindet eine globale Perspektive mit konkreten Fragen des Zusammenlebens in Deutschland.
So entsteht ein Kunsterlebnis, das informiert, berührt und zur eigenen Reflexion anregt. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten und lädt dazu ein, Fotografie als Form der Zeugenschaft und als Impuls für gesellschaftliche Veränderung zu erleben.
Fazit: Ein Abend, der Sichtbarkeit schafft
Besucherinnen und Besucher erwartet eine eindringliche Begegnung mit dokumentarischer Fotografie, persönlichen Lebensgeschichten und einem fachkundigen Gespräch über queere Geflüchtete. Der freie Eintritt eröffnet allen die Möglichkeit, sich mit den Bildern und den politischen Fragen auseinanderzusetzen. Wer Menschenrechte, zeitgenössische Fotografie und kulturelle Bildung miteinander verbinden möchte, sollte dieses Kunsterlebnis im Stadtlabor Göttingen nicht verpassen.
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