Paris danach im Deutschen Theater Göttingen: Theater über eine Nacht, die bleibt

Event: Paris danach in Deutsches Theater Göttingen, Theaterplatz 11, 37073 Göttingen on 26. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

26. Oktober 2026 19:45 Uhr

Veranstaltungsort

Deutsches Theater in Göttingen GmbH
Theaterpl. 11, 37073 Göttingen, Deutschland

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Theater

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Paris danach: Ein intensiver Theaterabend über Verlust, Erinnerung und Hoffnung

Am Montag, dem 26. Oktober 2026, zeigt das Deutsche Theater Göttingen Laurent Gaudés Paris danach als deutschsprachige Erstaufführung. Die Inszenierung von Schirin Khodadadian führt in eine Nacht, die mit Leichtigkeit beginnt und in ein kollektives Trauma kippt.

Ein milder Abend, der plötzlich zerbricht

Paris lebt: Menschen sitzen vor Cafés, lachen, trinken, verabreden sich. Eine junge Frau erwartet ihre Geliebte, Zwillingsschwestern feiern ihren 30. Geburtstag, eine junge Mutter sucht bei einem Konzert einen Moment des Aufatmens. Dann fallen Schüsse. Eine Explosion erschüttert das Fußballstadion, im Bataclan verwandelt sich Musik in Entsetzen.

Laurent Gaudé nimmt die Anschläge vom 13. November 2015 zum Ausgangspunkt für einen vielstimmigen Theatertext. Seine Dramaturgie folgt nicht allein den Opfern, sondern auch Einsatzkräften, Angehörigen und all jenen, deren Leben in dieser Nacht eine unwiderrufliche Wendung nahm.

Ein Choral zwischen Tragödie und Menschlichkeit

Paris danach versucht nicht, die Realität dokumentarisch abzubilden. Der Text trägt die Züge einer klassischen Tragödie und verdichtet individuelle Stimmen zu einem gemeinsamen Erinnerungsraum. Zwischen Schock, Sprachlosigkeit und dem Wunsch nach Nähe entsteht eine Bühnenkunst, die das Unmenschliche sichtbar macht und zugleich dem heilsam Menschlichen Raum gibt.

Regie, Bühnenbild und Schauspielkunst

Schirin Khodadadian übernimmt die Regie, Carolin Mittler gestaltet Bühne und Kostüme, Johannes Mittl verantwortet die Musik. Die Inszenierung verbindet präzise Regie, atmosphärische Akustik und eine konzentrierte Schauspielkunst. Das Ensemble mit Bastian Dulisch, Rebecca Klingenberg, Marco Matthes, Marie Seiser, Jenny Weichert, Tara Helena Weiß, Leonard Wilhelm und Johannes Mittl macht aus den vielen Perspektiven einen eindringlichen Bühnenchor.

Einordnung in die Theatergeschichte

Die Uraufführung von Terrasses, dem französischen Originaltitel, fand 2024 am Théâtre de la Colline in Paris statt. Gaudé, Jahrgang 1972, studierte Literatur in Paris und erhielt für seinen Roman Die Sonne der Scorta 2004 den Prix Goncourt. Der Theaterverlag beschreibt Paris danach als aus umfassender Recherche hervorgegangenes Werk von einzigartiger Intensität.

Fazit: Theater, das Erinnerung in Gegenwart verwandelt

Das Bühnenerlebnis im Deutschen Theater Göttingen verspricht einen Abend voller Kontraste: Lebensfreude trifft auf Angst, individuelle Erinnerung auf kollektive Geschichte, Dunkelheit auf einen beharrlichen Rest Hoffnung. Wer Theater als unmittelbare Begegnung mit gesellschaftlichen Fragen erlebt, findet in Paris danach eine eindringliche Inszenierung über die Kraft des Erzählens und des Weiterlebens.

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Quellen:

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