„Wir waren Sklaven ohne Rechte“: Führung zur NS-Zwangsarbeit in Göttingen


Datum und Uhrzeit
Veranstaltungsort
Tickets
Über diese Veranstaltung
Stimmung
Veranstaltungsorttyp
Erinnern, verstehen, Verantwortung übernehmen: Eine Führung zur Zwangsarbeit aus der Sowjetunion
Die Führung durch die Ausstellung Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939–1945 widmet sich am 1. November 2026 den Lebensgeschichten sowjetischer Zwangsarbeitender. Annegrit Berghoff, Mitarbeiterin der Ausstellung, führt durch die historischen Stationen und macht sichtbar, wie Menschen während des Zweiten Weltkriegs aus der Sowjetunion nach Südniedersachsen verschleppt, entrechtet und zur Arbeit gezwungen wurden.
Biografien gegen das Vergessen
Im Zentrum stehen die individuellen Lebenswege der Betroffenen: ihre Kindheit und Jugend, die gewaltsame Verschleppung, die Ankunft in Deutschland und der Alltag unter den Bedingungen nationalsozialistischer Zwangsarbeit. Die Ausstellung verbindet persönliche Erinnerungen mit historischen Dokumenten, Fotografien und Informationen zu den Orten, an denen Zwangsarbeit in der Region stattfand.
Europäische Perspektiven auf ein NS-Verbrechen
Die Ausstellung ordnet Zwangsarbeit als europaweites Herrschafts- und Ausbeutungssystem ein. Partnerinnen und Partner aus Polen, den Niederlanden, Italien und Deutschland beleuchten unterschiedliche Erfahrungen und Erinnerungsperspektiven. Für die aus der Sowjetunion verschleppten Menschen galten besonders rassistisch geprägte Ausgrenzungen und harte Lebensbedingungen.
Werkbetrachtung, Dokumente und Zeitzeugeninterviews
Die Ausstellungsatmosphäre entsteht aus dem Zusammenspiel von Texttafeln, Fotografien, Objekten, Karten und audiovisuellen Zeitzeugeninterviews. Die sachliche Präsentation eröffnet eine eindringliche ästhetische Erfahrung: Nicht spektakuläre Inszenierung, sondern die Nähe zu konkreten Biografien prägt das Kunsterlebnis der historischen Ausstellung. Die Führung unterstützt eine konzentrierte Werkbetrachtung und vermittelt zugleich Grundlagen kultureller Bildung.
Historisches Lernen in Göttingen
Die Dauerausstellung dokumentiert das Ausmaß, die Bedeutung und die Vielgestaltigkeit der Zwangsarbeit in Südniedersachsen. Sie zeigt, dass Zwangsarbeit in Landwirtschaft, Industrie, Verkehr, Krankenhäusern, Handwerksbetrieben und privaten Haushalten präsent war. Die Führung schafft Raum für Einordnung, Fragen und eine verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus.
Fazit: Geschichte persönlich begegnen
Besucherinnen und Besucher erwartet eine fachkundige, biografisch orientierte Führung durch einen wichtigen außerschulischen Lernort der Göttinger Erinnerungskultur. Wer verstehen möchte, wie NS-Zwangsarbeit in Südniedersachsen wirkte und welche Folgen sie für Menschen aus der Sowjetunion hatte, erlebt hier eine intensive historische Begegnung. Der Besuch lädt dazu ein, den Stimmen der Betroffenen aufmerksam zu folgen und Erinnerung als gesellschaftliche Verantwortung weiterzutragen.
Offizielle Kanäle von Ausstellung und Geschichtswerkstatt:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu/de/index-de.html










