Judith Hermann in Göttingen: Lesung aus Ich möchte zurückgehen in der Zeit


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Judith Hermann in Göttingen: Eine Lesung über Erinnerung, Schuld und das Schweigen der Familie
Mit Ich möchte zurückgehen in der Zeit rückt Judith Hermann einen jener Texte ins Zentrum, die leise beginnen und lange nachhallen. In Göttingen trifft ihre präzise, atmosphärische Sprachkunst auf ein Publikum, das literarische Verdichtung, autobiografische Spurensuche und intellektuelle Spannung schätzt.
Ein Abend zwischen Familiengeschichte und Gegenwart
Der neue Text führt an einen blinden Fleck der Herkunft: eine SS-Mitgliedskarte, ein verblasstes Blutgruppen-Tattoo, Fotografien und die hartnäckige Leerstelle, die daraus entsteht. Judith Hermann folgt den Spuren ihres Großvaters nach Radom in Polen und verbindet das Erinnern mit den Mechanismen des Verdrängens. So entsteht ein literarisches Erlebnis, das persönliche Geschichte, gesellschaftliche Verantwortung und die Frage nach dem Erbe der Generationen eng miteinander verschränkt.
Lesungs-Atmosphäre im Literaturhaus Göttingen
Das Literaturhaus Göttingen bietet den passenden Rahmen für eine Autor-Begegnung dieser Art. Die Nähe zwischen Stimme, Text und Publikum lässt die feinen Verschiebungen in Hermanns Prosa besonders deutlich werden. Wer ihre Erzählweise kennt, erwartet keine laute Pose, sondern konzentrierte Sprachkunst, rhythmische Sätze und jene fragile Intensität, die aus kleinen Beobachtungen große literarische Räume öffnet.
Judith Hermann und die Kraft des Weglassens
Seit Sommerhaus, später gilt Judith Hermann als eine der markantesten Stimmen der Gegenwartsliteratur. Ihre Bücher kreisen um Einsamkeit, Erinnerung, Beziehungen und die Unsicherheit moderner Lebensentwürfe. Auch in Ich möchte zurückgehen in der Zeit bleibt sie ihrer Methode treu: Sie verdichtet, statt zu erklären. Sie tastet sich vor, statt zu dozierend zu schließen. Genau darin liegt die literarische Qualität dieses Abends.
Gespräch mit Torsten Hoffmann
Im Austausch mit dem Literaturwissenschaftler Torsten Hoffmann öffnet sich der Text in den kulturellen Diskurs. Es geht um Schweigen, um familiäre Weitergabe, um das schwierige Verhältnis von Erinnerung und Erzählbarkeit. Damit wird die Lesung nicht nur zum Literaturtermin, sondern zu einer reflektierten Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte und ihrer Nachwirkung in der Gegenwart.
Fazit
Wer Judith Hermann live erlebt, begegnet einer Autorin, die mit großer Genauigkeit die dunklen Zwischenräume familiärer Geschichten ausleuchtet. Diese Lesung in Göttingen verspricht einen Abend voller sprachlicher Dichte, Nachdenklichkeit und stiller Wucht. Ein Besuch lohnt sich für alle, die Literatur als geistige Erfahrung und als lebendige Begegnung verstehen.
Offizielle Kanäle von Judith Hermann:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.judithhermann.de/
- Verlag: https://www.fischerverlage.de/autor/judith-hermann-1000375









