Die Schlossherrin im Jungen Theater Göttingen: Ein Kammerspiel über Schuld und Freiheit

Event: Die Schlossherrin in Junges Theater Göttingen, Bürgerstraße 15, 37073 Göttingen on 17. November 2026

Datum und Uhrzeit

17. November 2026 20:00 Uhr

Veranstaltungsort

Junges Theater Göttingen
Bürgerstraße 15, 37073 Göttingen, Deutschland

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23,00 €
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Theater

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Die Schlossherrin: Ein Kammerspiel über Erinnerung, Schuld und die schwierige Freiheit

Am 17. November 2026 gastiert Lea Goldbergs eindringliches Theaterstück Die Schlossherrin im Jungen Theater Göttingen. Die Inszenierung führt in ein Europa des Jahres 1947, in dem der Krieg offiziell vorbei ist, seine Schatten jedoch jedes Gespräch, jede Geste und jede Entscheidung durchdringen.

Ein Schloss als Echo der Geschichte

Dora und Michael reisen aus Erez Israel an. Dora sucht jüdische Kinder, die den Holocaust überlebt haben. Michael fahndet nach geraubten Büchern jüdischer Bibliotheken, um sie der Nationalbibliothek in Jerusalem zurückzugeben. Ein Unwetter zwingt die beiden in das Schloss eines rätselhaften Grafen, dessen Vergangenheit eng mit der deutschen Besatzung verbunden ist.

Die Dramaturgie entfaltet sich als konzentriertes Kammerspiel. In den Gesprächen mit dem Schlossherrn verschieben sich die moralischen Gewissheiten: Der Graf ließ zu, dass die von ihm verhassten Nationalsozialisten sein Schloss als Hauptquartier nutzten, leitete aus dieser Nähe jedoch Informationen an den Widerstand weiter. Zwischen Kollaboration, Widerstand und Selbstrechtfertigung entsteht ein Spannungsfeld, das die Zuschauer unmittelbar in die ethischen Brüche der Nachkriegszeit führt.

Die Wahrheit hinter verschlossenen Türen

Dann entdecken Dora und Michael ein junges Mädchen. Lena lebt seit zwei Jahren verborgen im Schloss. Ihre Familie wurde deportiert und ermordet, sie selbst entkam den Verfolgungen und vertraute sich dem Grafen an. Aus Angst hält er sie weiterhin in dem Glauben, der Krieg dauere an. Ohne Tageslicht und frische Luft ist Lena in einer künstlich verlängerten Vergangenheit gefangen.

Hier gewinnt die Inszenierung ihre beklemmende Kraft. Das Bühnenbild wird zum psychologischen Raum: Das Schloss schützt und sperrt zugleich, während jede Tür die Frage nach Verantwortung, Fürsorge und Besitz neu stellt. Die Schauspielkunst lebt von leisen Verschiebungen, von Pausen und Blicken, in denen sich verdrängte Geschichte plötzlich Bahn bricht.

Lea Goldbergs Nachkriegstheater

Lea Goldbergs Stück, erstmals 1955 entstanden, gehört zur frühen Auseinandersetzung des israelischen Theaters mit der Shoah. Die neue deutsche Übersetzung von Gundula Schiffer bewahrt die präzise, dialogische Struktur und macht die historischen Konflikte für ein heutiges Publikum unmittelbar erfahrbar. Die Inszenierung verbindet politische Theatergeschichte mit einer intimen Studie über Trauma, Erinnerung und die Möglichkeit eines Neuanfangs.

Ein intensives Bühnenerlebnis mit Publikumsgespräch

Die Aufführung dauert etwa 80 Minuten. Im Anschluss ist ein Publikumsgespräch angekündigt, das Raum für Fragen zur Geschichte, zur Dramaturgie und zur Bühnenkunst eröffnet. Die Theateratmosphäre verspricht einen konzentrierten Abend: kein pathetisches Geschichtsbild, sondern ein dichtes Spiel über Menschen, die nach dem Zusammenbruch einer Welt mit der Wahrheit weiterleben müssen.

Fazit: Die Schlossherrin erwartet das Publikum als bewegendes, historisch waches Kammerspiel über Schuld, Schutz und die Zumutung der Freiheit. Wer Theater als Ort der Auseinandersetzung erlebt, findet in Göttingen einen Abend, der lange nach dem Schlussapplaus weiterarbeitet. Karten für das Gastspiel am 17. November 2026 sind ab 23 Euro erhältlich.

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Quellen:

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