Dysis im Alten Rathaus Göttingen: Kunst am Übergang zur Zukunft


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Ein Nachmittag zwischen Dämmerung, Wandel und Zukunftsfragen
Der Lange Nachmittag der Kunst lädt am 8. November 2026 in das Alte Rathaus Göttingen ein. Im Mittelpunkt steht TRANSHUMAN N°5: Dysis, die große Gruppenausstellung des Kunstvereins Göttingen mit zwölf internationalen künstlerischen Positionen. Der kostenfreie Nachmittag verbindet Podiumsgespräch, kuratorische Führung und offenen Austausch zu den Veränderungen von Kunst, Gesellschaft und Kulturlandschaft.
Kunst am Scheitelpunkt des Epochenwandels
Der Ausstellungstitel Dysis verweist auf die altgriechische Göttin des Sonnenuntergangs und bezeichnet zugleich Westen, Abenddämmerung und Übergang. Diese Schwellenstimmung prägt die kuratorische Dramaturgie der Ausstellung. Die präsentierten Arbeiten entwerfen eine imaginäre Welt am Übergang von Transhumanismus und Posthumanismus, in der technologische Beschleunigung, gesellschaftliche Krisen und die Relikte menschlicher Zivilisation neu betrachtet werden.
Podiumsgespräch über Kunst in Krisenzeiten
Von 15 bis 16 Uhr sprechen Delia Jürgens, Künstlerin der Ausstellung, Nils König vom Vorstand des Kunst e.V. Göttingen und Holger Fricke, Geschäftsführer des Kunsthauses Göttingen, über die Frage, wie Krisen die Kulturlandschaft verändern. Stephan Klee, Kurator und künstlerischer Leiter des Kunstvereins Göttingen, moderiert das Gespräch.
Im Zentrum stehen digitale Bilder, soziale Medien und Künstliche Intelligenz ebenso wie Demokratiekrise, Kulturkampf und Kürzungszwang. Der Diskurs schlägt eine Brücke von den spekulativen Zukunftsbildern der Ausstellung zu den konkreten Bedingungen kultureller Arbeit in Südniedersachsen.
Werkbetrachtung zwischen Installation, Video und Objektkunst
Die Ausstellung versammelt Arbeiten von Astali/Peirce, Birte Bosse, Simon Faithfull, Olga Fedorova, Stella Geppert, Bastian Hoffmann, Virginie Ittah, Delia Jürgens, Felix Kiessling, Frederik Marks, Aline Schwörer und Geerten Verheus. Zu den gezeigten Werken zählen unter anderem Simon Faithfulls Videoarbeit Reenactment for a Future Scenario no. 2: Cape Romano, Astali/Peirces Monobloc, Stella Gepperts Snow Leopard Track und Aline Schwörers Shells of unwritten times.
Die ästhetische Erfahrung entsteht aus dem Wechselspiel von Bild, Raum, Material und gedanklicher Projektion. Malerei, Skulptur, Installation, Video und Objektkunst öffnen unterschiedliche Zugänge zu einer Kunst, die nicht nur technische Zukunftsszenarien illustriert, sondern die Stellung des Menschen innerhalb einer sich wandelnden Welt kritisch befragt.
Kuratorischer Rundgang und kulturelle Bildung
Von 17 bis 18 Uhr führt Stephan Klee beim zweisprachigen Walk and Talk auf Deutsch und Englisch durch die Ausstellung. Die Führung vertieft die Werkbetrachtung, erläutert die kuratorische Konzeption und schafft Raum für Fragen. Anschließend klingt der Nachmittag bis 19 Uhr bei persönlichen Gesprächen und weiterem Austausch aus.
Fazit: Gegenwartskunst als offener Denkraum
Der Lange Nachmittag der Kunst bietet ein konzentriertes Kunsterlebnis zwischen Ausstellungsatmosphäre, gesellschaftlicher Debatte und sinnlicher Werkbetrachtung. Besucherinnen und Besucher erleben TRANSHUMAN N°5: Dysis als Ort kultureller Bildung, ästhetischer Erfahrung und gemeinsamer Reflexion. Der Eintritt ist frei – eine hervorragende Gelegenheit, die Ausstellung live zu entdecken und über die Zukunft von Kunst und Gesellschaft ins Gespräch zu kommen.
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