Bin nebenan: Ingrid Lausunds Monologe als intensive Lesung in Göttingen


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Wenn das Zuhause zur Bühne der inneren Abgründe wird
Am Freitag, dem 9. Oktober 2026, verwandelt sich die Sheddachhalle im Sartorius Quartier Göttingen in einen Resonanzraum für die leisen Katastrophen des Alltags. Bjarne Mädel und Fritzi Haberlandt lesen Texte aus Ingrid Lausunds Bin nebenan. Monologe für zuhause – eine literarische Bühnenbegegnung über Einsamkeit, Selbstbehauptung und die Sehnsucht nach einem funktionierenden Zuhause.
Zwischen Wohnkomfort und emotionalem Rohrbruch
Ingrid Lausund richtet den Blick auf wackelige Lebensfundamente und sanierungsbedürftige Innenräume. Ihre Monologe erzählen von Menschen, die sich in kleinen Paralleluniversen eingerichtet haben und dort um Würde, Nähe und Kontrolle ringen. Hinter vertrauten Möbeln, ritualisierten Abläufen und scheinbar privaten Problemen öffnen sich gesellschaftliche Risse.
Schauspielkunst mit schwarzem Humor
Die Dramaturgie lebt von präzisen Beobachtungen und überraschenden Wendungen. Lausunds Texte verbinden scharfen Humor mit emotionaler Genauigkeit: Ein beiläufiger Satz kippt in eine existenzielle Erkenntnis, eine Alltagsszene wird zum grellen Scheinwerfer auf die menschliche Verletzlichkeit. Bjarne Mädel und Fritzi Haberlandt verleihen den Figuren mit stimmlicher Wandlungsfähigkeit und großer Präsenz Kontur.
Ein literarisches Bühnenerlebnis im Sartorius Quartier
Die Sheddachhalle bietet den passenden atmosphärischen Rahmen für diese Lesung. Wo sonst Architektur und Industriegeschichte aufeinandertreffen, entsteht eine konzentrierte Theateratmosphäre: Stimmen, Pausen und der Klang der Sprache rücken ins Zentrum. Das Publikum erlebt keine distanzierte Buchpräsentation, sondern eine szenische Lesung, in der die Schauspielkunst die inneren Räume der Figuren sichtbar macht.
Ingrid Lausund und die Kunst des genauen Blicks
Lausund ist als Theaterautorin und als Drehbuchautorin der Reihe Der Tatortreiniger für ihren eigenwilligen Humor und ihre präzise Figurenzeichnung bekannt. Für die Bühnenfassung wurden ausgewählte Monologe aus einem Zyklus von zwölf Texten zusammengestellt. Das Ergebnis ist ein Abend zwischen Literatur, Theater und Hörkunst, der das Gewöhnliche aus ungewohnter Nähe betrachtet.
Fazit: Ein Abend, der nachhallt
Bin nebenan. Monologe für zuhause verspricht ein intensives Bühnenerlebnis mit schwarzem Humor, sprachlicher Präzision und Momenten unerwarteter Rührung. Die Aufführung wird simultan in Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Wer Theater als Spiegel gesellschaftlicher und persönlicher Wirklichkeit erleben möchte, findet in Göttingen einen Abend, dessen Stimmen noch lange nach dem Schlussapplaus im eigenen Inneren weiterklingen.
Offizielle Kanäle von Bjarne Mädel und Fritzi Haberlandt:
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